Lenhardt lästert

31.12.04

Von der Altjahr-Verabschiedungsstelle

Ich bin wahrscheinlich die vorletzte Person auf Erden, die sich kompetente „Spiel des Jahres“-Äußerungen leisten darf. Da ich meine Zeit vornehmlich mit Firmenbesuchen und Previews, aber eher selten im Testbetrieb verbringe, konsumiere ich einfach nicht mehr die große Zahl an Neuheiten wie anno damals. Was insofern nett ist, als daß ich mir als „Privatspieler“ jene brutale „toll oder Schrott“-Beurteilungs-Schwarzweißmalerei leisten darf, die im Tester-Modus nicht angebracht ist. Da brütet man zu sehr über den Unterschieden zwischen 72 und 73 Punkten und droht, sein Bauchgefühl mit gut gemeinter Objektivität zu verwässern.

Auf der „bestimmt toll, aber aus Zeitgründen komme ich wohl erst 2005 dazu“-Liste stehen bei mir Titel wie GTA San Andreas sowie Halo 2. Quasi als Originalitäts-Magenbitter für diese kalorienreichen Erfolgsrezeptaufwärmer habe ich mir endlich Katamari Damacy auf eBay geschnappt. Aber ich glaube nicht, daß diese Konsolenzuckerstückchen etwas an meiner Meinung ändern können, daß die beiden Spiele des Jahres für den PC heraus kamen. Über Half-Life 2 und World of WarCraft muß man wirklich nicht mehr viel sagen. Außer, daß wenn ich mich wirklich für einen von beiden Titeln entscheiden müßte, letzterer den Vorzug erhalten würde. Wegen der immensen Anzahl an kurzweiligen Spielstunden und der Extraportion Beziehungs-Nervenkitzel, wie ihn Penny Arcade heute sehr treffend eingefangen hat.

Ich wünsche allen einen standfesten Rutsch – und übertreibt es mal nicht mit den surrealen guten Vorsätzen fürs neue Jahr...