Lenhardt lästert

10.11.04

Jesusland hat gewonnen

Die Gruselmomente der letzten Woche müssen kurz gewürdigt werden, wobei die Nachbarschafts-Kinder an Halloween für den kleineren Schrecken sorgten (umfangreiche Schokoladen-Stützkäufe im Vorfeld sorgten auch dieses Jahr für genug „Reste“, burp).

Viel entsetzlicher war die Fehlprognose der Demoskopen, die Ohio im Kerry-Lager wähnten – aber was daraus dann wurde, ist ja hinlänglich bekannt. Die Bush-Wiederwahl hat aus kanadischer Sicht sogar gewisse positive Aspekte. Man grenzt sich ja ohnehin gerne vom großen Nachbarn im Süden ab und kann sich eine gewisse Schadenfreude nicht verkneifen: Die Tagespresse berichtet gerne über frustrierte Amerikaner, die eine Abwanderung ins liberale gelobte Land Kanada erwägen (siehe Globe and Mail). OK, ein Massenexodus liegt nicht direkt in der Luft (dafür sorgen alleine die hiesigen Steuersätze). Aber Kanada hat schon seine Vorteile. Zum Beispiel sind Homosexuellen-Ehen in den meisten Provinzen legal und am Abtreibungsrecht wird nicht gerüttelt. Wenn Bush dagegen wie angedroht sein „politisches Kapital“ einsetzen will (sprich: Er hat die Wahl diesmal - wenn auch knapp - gewonnen, und sich das Amt nicht wie 2000 erschlichen), dürften die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen beiden Ländern noch deutlicher werden. Sinnvollste Lösung wäre wirklich die Vereinigung der liberaleren US-Staaten (Westküste und Nordosten) mit Kanada, während der bibelfeste Süden dann als „Jesusland“ Entwicklungshilfe beantragen darf. Was diesbezüglich derzeit als Landkartenvorschlag durchs Internet schwirrt, macht auch nicht weniger Sinn als die deutsche Wiedervereinigung.

2 Comments:

  • Wo gibt's die "neue Landkarte"? Ich will mich schon mal informieren, ob ich demnächst nach Kalifornien/USA oder nach Kalifornien/Canada fahren werde. Aber ich fürchte sehr, mein zweites Ziel Dallas bleibt Jesusland...

    By Blogger Schlunz, at 05:57  

  • Ich hab jezt fast 5 Jahre in Toront gelebt und bin im November nach Edmonton gezogen (Hallo Nachbar). Alberta gilt ja als Erzkonservativ in Kanada, aber zumindest hier in Edmonton hab ich bisher noch keinen gefunden der an Bush bzw. der US Politik etwas gutes gefunden hat.

    Erstaulich sogar: Viele scheinen hier Liberaler eingestellt zu sein wie in Toronto, ob das daran liegt das Edmonton 1 Universitaet und 3 Colleges und nur 1 Million Einwohner hat oder ob das eher allgemein in Alberta so ist hab ich noch nicht herausgefunden. Aber kommt Zeit kommt (hoffentlich) einsicht.

    By Blogger Snowrunner, at 20:40  

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